Internationale Schauen
Gordon Setter Club-Match vom N.G.S.C. am 11.04. in Zaltbommel
Was für ein Tag...
vergangenen Samstag haben wir uns mit unserer Julie auf den Weg zum Gordon Setter Club Match nach Holland gemacht. Wir wollten einfach einmal dabei sein, nette Menschen treffen und viele schöne Gordon Setter bewundern. Nachdem wir am frühen Samstagabend in Zaltbommel angekommen waren, gab es natürlich erst einmal einen langen Spaziergang für Julie an den wunderschönen Ufern der Waal.

Am Sonntagmorgen ging es dann in aller Ruhe ins glücklicherweise nur noch 5 km entfernte DogCenter, wo das Club Match stattfinden sollte. Wir suchten uns eine ruhige Ecke weit ab vom Ring und schlugen dort unser Lager für den heutigen Tag auf. Julie war bester Dinge und super gut drauf und so nutze ich die Gelegenheit mit ihr einige Proberunden im Ring zu drehen. Ihre Laune blieb stabil und das beruhigte mich doch sehr, war aber auch kein Garant dafür, dass sich das vor den Augen der Richterin nicht schnell wieder ändern konnte. Als ich mir dann den Ausstellungskatalog vornahm und die Namen der gemeldeten Hunde las und zudem feststellte, dass wir die einzigen Gäste aus Deutschland waren, kam erste Unruhe in mir auf... und da war sie dann auch schon wieder, meine Ausstellungsnervosität!!! Egal, ich musste darüber hinwegsehen und außerdem waren wir ja aus anderen Gründen da. Wir wollten einen tollen Tag und viel Spaß haben. Unser Klassenziel war ein V, eine Julie, die Spaß im Ring hat und eine Janina, die völlig relaxt ist.
Um Punkt 10 Uhr ging es los, die Jagdhornbläser eröffneten das Club-Match und die belgische Richterin Frau L. Erhart durfte mit der Bewertung der 48 Gordon Setter beginnen.

Julie war in der Jongehondenklas mit zwei weiteren jungen Damen gemeldet. Es dauerte einige Zeit bis wir an der Reihe waren, aber durch die vielen netten Gespräche verging sie wie im Fluge. Dann war es soweit, nicht viel tam tam, einmal überbürsten, bloß keinen Stress, in aller Ruhe zum Ring und viel Spielerei mit der jungen Dame, die mich leider immer erst beim überschreiten des Ringeinganges wissen lässt, ob sie mitspielt oder nicht. Aber es schien ihr Tag zu sein, kein Zickenalarm, kein Stress, kein Gezappel, keine Schuppen. Ich hatte ein fröhliches Mädchen an der Leine, die sich super präsentierte und wundervoll gelaufen ist. Wir wurden mit einem V und dem ersten Platz in der Jongehondenklas belohnt. Mehr hatte ich mir niemals erträumen lassen und somit waren wir hochzufrieden und glücklich, unser Klassenziel erreicht zu haben.
Jetzt hieß es warten, Julie musste nun am Ende der Schau um den Titel „beste Hündin“ laufen, bis dahin galt es jedoch noch mindestens drei Stunden zu überbrücken. Die größte Herausforderung bestand nun darin, Julie bei Laune zu halten, damit sie später im Ring zumindest noch ein bisschen ihrer derzeitigen Fröhlichkeit beibehalten würde und wir uns nicht vollends gegen die ganzen erwachsenen und gestandenen Hündinnen im Ring blamieren würden. Also gab es ein kleines Verwöhnprogramm für Julie: spazieren gehen, Spielzeug und Leckerlies selber aussuchen & kaufen und in ihrer jeweiligen Verwendung testen oder vernichten, andere Gordons auf Spieltauglichkeit prüfen und natürlich viele Glückwünsche entgegennehmen. Vor unserem Platz versammelte sich ein geselliges Grüppchen zum Plausch während Julie sich in ihrem Zelt einen letzen Schönheitsschlaf vor ihrem großen Auftritt gönnte...
Und dann hieß es antreten zum Wettkampf der jeweils besten Hündin der jeweiligen Klassen… Julie war weiterhin in Topform und ich völlig entspannt, denn wir hatten bereits alles, was wir wollten. Aber Julie drehte noch mehr auf und flog neben mir durch den Ring. Der Applaus und die tolle Stimmung am Rande des Ringes schienen sie nur noch mehr anzuspornen. Jetzt noch ein letztes Mal stehen und abwarten wer die Siegerhündin wird. Frau Erhart hatte uns, so schien es mir, gar nicht mehr im Blick. Aber sie kam nochmal auf uns zu, noch ein letztes Dankeschön, dachte ich und dann hätten wir es geschafft. Das Dankeschön entpuppte sich als Gratulation zur besten Hündin des Club Matches. Wahnsinn, Julie beste Hündin des Gordon Setter Club Matches, man war ich stolz! Julie flippte ebenfalls aus und hüpfte durch den Ring, als wenn sie wüsste, was sie gerade geschafft hatte.
Es ging also noch weiter… der Rassebeste, also der Tagessieger des diesjährigen Club Matches musste gefunden werden. Nun hieß es: Lotte van de Bisontocht gegen Kilnrae Whirlwind! Pelle gegen Lotte, Lotte gegen Pelle, egal wie man es drehte und wendete, ich wusste, dass hier unsere „Reise“ endgültig zu Ende sein würde. Pelle ist einfach ein traumhaft schöner Rüde…
Wir konnten direkt im Ring bleiben, Pelle kam dazu und auf ging’s, einmal noch stehen und dann laufen, laufen, laufen. Auch Julie schien zu wissen, um was es ging, sie wuchs über sich hinaus und präsentierte sich in einer Weise, wie ich es zuvor noch nie bei ihr erlebt hatte. Ich war so unglaublich stolz auf mein Mädchen, es war die pure Freude, so mit ihr durch den Ring zu fliegen.
Nun aber wirklich ein allerletzes Mal stehen…und dann wurde das Unglaubliche wahr, Frau Erhart kam auf uns zu und sagte fünf magische Worte: „that‘s it, well done, congratulation! Wir haben es geschafft:
Lotte van de Bisontocht
Clubwinnaar 2010
Jetzt ging alles Schlag auf Schlag, posieren fürs Foto der beiden Sieger zusammen mit der Richterin, Ehrenrunde durch den Ring, Glückwünsche hier, Umarmungen dort, Streicheleinheiten für Julie, ab nach draußen zum Foto im Grünen und ich konnte immer noch nicht glauben, was soeben passiert war, was für ein grandioser Erfolg für unsere nicht mal 2 Jahre alte Julie.
Wir waren überwältigt von der tollen Stimmung am Ring während der Endausscheidung und all den lieben Glückwünschen, die uns auch in den letzen Tagen noch erreichten. Dafür nochmals herzlichen Dank!
Riesig gefreut haben wir uns darüber, dass unsere lieben Freunde Dick und Yvonne diesen tollen Tag mit uns zusammen genießen konnten. Es gibt niemanden, der so schnell im Ring ist und mir in den Armen liegt wie Yvonne, das ist unglaublich und ich bin immer wieder gerührt, wie sehr die beiden sich mit uns freuen können. Auch für sie als Züchter und den Kennel „van de Bisontocht“ ist dieser Titel ein toller Erfolg. Dazu gratulieren wir ganz herzlich… und sagen Danke für „our little princess“!

Wir hatten einen fantastischen Tag und fuhren überglücklich mit unserem Clubwinnaar 2010 und einer Rücksitzbank voller Pokale und Preise wieder nach Hause…
Janina & Jan mit Julie
Reisebericht Crufts 2010

Zur Crufts 2010 fuhren(flogen) dieses Jahr nur 2 Mitglieder. Petra Brune und ich (Renate Vaas )machten uns am 11.03.2010 auf den Weg nach England.
Wir flogen am Donnerstag morgen (das Wetter in Bremen war schlecht) mit Ryan Air nach London. Nachdem wir uns dort mit Gepäck von Stanstead zur Waterloo Station durchgekämpft hatten (Zug nach London, U-Bahn mit 2 x umsteigen = Rolltreppen rauf und runter; wer sagt, Flugreisen wären stressfrei, hätte sich unsere Hände ansehen müssen), lagerten wir unser Gepäck dort ( 16 Pfund oder ca 18 Euro).
Danach machten wir, was Touristen in London so tun. House of Parlaments, Westminster Abbey, Big Ben, Trafalgar Square, Piccadilly Circus, Buckingham Palace, St. James Park, Horse Guards = alles in allem 5 Stunden zu Fuß!!!! Das Wetter war annehmbar und trocken.
Abends gind es dann mit dem Zug nach Guilford, wo wir von unseren Gastgebern Karen und Ramsey Nagaty und 5 Gordon Settern schon erwartet wurden.
Am Freitag zeigten Karen und Ramsey uns Oxford. Die beiden kennen diese Stadt gut und so bekamen wir bei immer besser werdendem Wetter wieder viele wunderschöne Eindrücke.
Am Samstag (die Sonne strahlte) machten wir morgens das Städtchen Godalming unsicher. Nachdem wir nachmittags die Hunde noch einmal bewegt hatten, war großes Trimmen, Baden und Fönen angesagt.
Sonnta g(die Sonne strahlte wieder den ganzen Tag) kamen wir dann zum Höhepunkt unserer Reise. Petra, Ramsey und ich starteten mit Teddy, Massimo und Hetty morgens um 5.30 Uhr. Wir mußten ja immerhin noch 2 Stunden bis Birmingham fahren.
Nach einem längeren Fußmarsch, vollbepackt und jeder mit Hund an der Leine (Eintritt umsonst), trafen wir dann bei den uns zugewiesenen benches ein. In England bekommt jeder Hund eine nach 3 Seiten begrenzte und nach vorne offene Liegefläche zugewiesen, die nach Rasse und Name des Besitzers sortiert ist.
Zahlreiche Freunde und Bekannte waren dort und man traf immer wieder auf bekannte Gesichter. Petra und ich bemühten uns, auch die anderen Setterrassen anzusehen und für alle Daheimgebliebenen ein paar Eindrücke aufzufangen.
Die Crufts ist mit den vielen gemeldeten Hunden (IS ca. 430, ES und GS ca. 150 und IRWS ca. 100) und den vielen verschiedenen Verkaufsständen und Vorführungen immer wieder beeindrucken.
Hier die CC-Gewinner(vergleichbar mit CACIB):
IRWS
RD Laoirebay Ocean Sunset BOB
HD Ballakinnish Mistinguette

ES
RD Richecca Make My Day
HD Mariglen Francesca Fensten BOB

GS
RD Bartoleys Secret Recipe
HD Liric Blac XTasy BOB

IS
RD Sumaric Shadow of Mr. Jingles BOB
HD Lynwood Follow Your Dreams

Abends um 8 Uhr kamen wir nach mehreren Staus sehr müde wieder in Guildford an.
Dann wurde im TV noch die Endausscheidung verfolgt. In England wird jeden Abend ca. 2 Stunden von der Crufts berichtet. In Deutschland wäre das undenkbar.
Montag(die Sonne schien weiterhin) durfte Ramsey daheim bleiben,(er lag schnarchend auf dem Sofa) und wir 3 Frauen machten eine shopping-sightseeing –tour nach Farnham.
Dienstag kam den leider der Abschied, Petra und ich machten noch einmal London unsicher. Diesmal waren Tower, Towerbridge, St. Pauls Cathedrale usw. dran. Über allem strahlte auch am 5. Tag noch die Sonne und wir gönnten uns echt touristisch im Angesicht des Tower Fisch und Chips. Leider visierte eine Taube Petra an und traf voll. (Der Gestank war nicht von schlechten Eltern) – aber es heißt ja, daß man dann wiederkommt.
Petra und ich sind bestimmt nächstes Jahr wieder hier.
Es war wieder eine traumhaft schöne Reise und wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei Karen und Ramsey, die sich immer so viel Mühe geben, uns jedes mal etwas Neues zu zeigen.
Crufts-immer eine Reise wert.
Petra und Renate
